Virenschleuderpreis :: Die Sache mit dem Dank

Es war für mich ein in jeder Hinsicht surrealer Abend. Diese Preisverleihung des Virenschleuderpreises am vergangenen Freitag im Lesezelt auf der Frankfurter Buchmesse. Für einige Stunden durfte ich in eine Welt eintauchen, zu der ich sonst wenig Berührungspunkte habe, die mich aber immer wieder mit ihren tollen Menschen und noch tolleren Aktionen und Ideen fasziniert.

Virenschleuderpreis 2015

(c) by Lutz Staake

Grund meiner Reise nach Frankfurt war meine Nominierung mit #einBuchfuerKai für den diesjährigen Virenschleuderpreis in der Kategorie „Persönlichkeit“. War ich schon vom äußerst liebevollen Nominierungstext von Anett sehr berührt, so war die Wahl auf Platz 1 der Shortlist für mich Überraschung und Herausforderung zugleich. Warum Herausforderung? Nun, ich habe ein Problem damit, so eine Rückmeldung für mich anzunehmen. Erst Recht für eine Sache, die für mich nicht mehr (allerdings auch nicht weniger) als eine selbstverständliche menschliche Geste war. Bei der ganzen Aktion ging es zu keinem Zeitpunkt um mich, es ging einfach um die Hilfe für einen Menschen und seine Familie, der unverschuldet in Not geraten waren.

Und so war und ist es mir immer noch nicht geheuer, was da am Freitag Abend passiert ist. Und dass mir das nicht geheuer war, konnte man mir wohl auch anmerken. Mein fünfjähriger Sohn jedenfalls, der das Ganze im Livestream mitverfolgt hatte, fragte mich beim Telefonat nach der Verleihung jedenfalls als erstes, warum ich mich denn nicht gefreut habe. Und beim nochmaligen Ansehen der Preisverleihung muss ich zugeben, dass er wohl Recht damit hatte. Freude war mir jedenfalls nicht anzusehen. Und selbst beim Dank habe ich viele wichtige Menschen vor lauter Aufregung vergessen.

Da ich fürchte, dass manch einer mir mein Verhalten als Arroganz ausgelegt hat, will ich zu meiner Entschuldigung sagen, dass ich mich grundsätzlich schwer damit tue, positive Rückmeldungen anzunehmen. Ich bin leider regelmäßig überfordert, soetwas anzunehmen. Und ja, der Junior hat Recht mit seiner Beobachtung, bisweilen nehme ich mir damit selbst die Freude über Anerkennung oder Erfolge. Von daher schreibe ich mir die Worte eines lieben Menschen in mein Stammbuch, der mir nach der Verleihung schrieb, dass der Preis für mich „ein kleines Mahnmal, eine Erinnerung an Deinen Wert“ sein soll. Vielleicht ist es gut für mich, den Preis genau so zu betrachten.

Zurück zum Versäumten.

Verdammt, ich freue mich!!! Und zwar riesig. Über die Würdigung der Aktion, über so viel Zustimmung, über wahnsinnig berührende Worte in den Jurystatements, über Tränen auf der Bühne, über eine zauberhafte Laudatio und einen toll organisierten Abend im Kreise wundervoller Preisträgerinnen und Preisträger sowie zahlreicher Mitnominierter, darüber, dass Kai und Raja gemeinsam daheim alles live mitverfolgen konnten und über die zahlreichen kleinen Genesungsschritte von Kai.

(c) Anett Gläsel-Maslov

Und ich will noch einmal Danke sagen.

Danke an Leander für die tolle Organisation des Preises. Danke an die Jury für die berührenden Statements in den Jurybegründungen. Danke an Anett für eine zauberhafte Laudatio, die Unterstützung in der heißen Phase der Pressearbeit und die ungefragte unendlich liebevolle Nominierung. Ein großer Teil dieses Preises gebührt dir, das weißt du. Danke an Raja, für die lieben Worte im Nominierungstext. Danke an Karla für ihr Engagement auf so vielen Ebenen. Danke an Markus Michalek für sein Engagement und Herzblut bei der Verlagssuche. Danke an Droemer Knaur für das Verlegen des Buches und einen mehr als fairen Vertrag mit Kai. Danke an Richard und Kai, die mit ihrer enormen Multiplikatorenpower nicht unwesentlichen Anteil am Erfolg der Aktion hatten. Danke an Martin und Kiki, die mit kreativen Aktionen ebenfalls großartig unterstützt haben. Danke an die mehr als 300 Spenderinnen und Spender, die einfach so auf Vertrauensbasis insgesamt mehr als 13.000 Euro geschenkt haben, um zu helfen. Danke an mehr als 21.000 Menschen, die Rajas Aufruf bei Facebook geteilt haben. Danke an Amazon für den zeitweisen Verzicht auf die eigene Provision beim Verkauf von „Willkommen im Meer“. Und nicht zuletzt Danke an mein Team bei der GLS Bank, das mir den Rücken für all das freigehalten und mich unterstützt hat. Insbesondere Danke an Rouven, der es mit seinem Einspringen erst möglich gemacht hat, dass ich zur Preisverleihung fahren konnte.

Es war ein toller Abend in Frankfurt und Anke hat das alles in ihrem Blog viel schöner zusammengefasst, als ich das je gekonnt hätte. Dort könnt ihr auch alle Infos dazu finden, in welch illustrer und inspirierender Runde ich mich da befunden habe. Danke auch hier für die schöne Würdigung des Preises an sich.

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15 schräge Töne zu “Virenschleuderpreis :: Die Sache mit dem Dank

  1. Lieber Johannes,

    machen Sie sich keine Sorgen. Wir mögen Sie nach wie vor. Freude im Stillen ist was wunderbares. Die Auszeichnung wird ein schöner Erinnerungsgegenstand werden an eine ungewöhnliche Zeit, an die Sie sich gern erinnern werden. Hoffentlich in einigen Jahren mit Kai. #fump

    Herzliche Glückwünsche auch an dieser Stelle.

    Liebe Grüße,
    ein anderer Kai :)

  2. Pingback: Virenschleuderpreis 2015: Tweetwalk #Lustwandeln gewinnt

  3. Lieber Johannes, ich habe dir angesehen, dass du sehr ergriffen warst bei der Preisverleihung – wie fast alle im Spiegelzelt. Und das ist schon etwas Besonderes! Das Menschliche in all dem Marketing-Gedöns, das ist für mich die schönste Erfahrung bei solchen Anlässen wie dem Virenschleuderpreis.

    Ganz herzliche Grüße von Anke

  4. Pingback: Der Virenschleuderpreis 2015 – Kulturtussi

  5. Lieber Johannes,

    ich gratuliere dir auch ganz herzlich! Der Abend war so kurzweilig, dass ich noch nicht einmal mit dir sprechen konnte. Ich hoffe, wir holen das mal nach!

    Deine Aktion für die Familie war klasse und ich finde deine von dir beschriebene Gefühlslage einfach nur sympathisch. Mach weiter so!

    Herzlich,
    Tanja

  6. Ich kann nur sagen, ich freu mich immer noch wie bolle für dich und über die dadurch nochmal gestiegene Aufmerksamkeit für die Aktion. Damit hast du den Beweis geführt, so böse, wie viele tun, ist dieses Internet garnicht.

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